Mittwoch, 18. Juni 2008

Wehmut

Der tote schwarze Käfer unter meinen Füßen, das Abendlicht an der Hauswand gegenüber. Ich schüttle die letzen Monate aus der Fußmatte und schließe die Tür wieder. Drinnen wartet eine geöffnete Datei.

Montag, 16. Juni 2008





Niederschlag

Es hört nicht auf zu regnen, aber keine Taube bringt einen Ölzweig. Die Schnecken kleben auf meiner Treppe und harren aus. Schon werden ein paar Bücher eingepackt, aber noch denkt niemand an Abschied. Nach drei Monaten kommt mir die Zimmerdecke nicht mehr so niedrig vor.

Sonntag, 15. Juni 2008

Matratzenlager

Im Laden der Sonnenfrau stehen gelbe Flaschen. Der Ballonfahrer braucht eine Brezel und Stines Wiese ist eine grüne Isomatte. Es gibt Spaghetti zum Abendessen und Eis. Dürfen wir ganz lange aufbleiben? Lesen wir noch eine Gruselgeschichte? Hören wir noch ein Hörspiel?

Donnerstag, 12. Juni 2008





Nebel

Der abgeblühte Löwenzahn, das trübe Licht, die Gewitterwolken. Auf der Wiese liegen die Kühe und käuen wieder. Ich nehme den verblühten Strauß nicht aus der Vase und denke im Kreis. Der Zeiger schiebt sich weiter auf einer Scheibe, die wir Uhr nennen. Ich denke mir eine Adresse aus.